"Ich wähle Hitsch Brosi, weil ihm Chancen- gerechtigkeit in der Bildung auch für besonders begabte Kinder und Jugendliche wichtig ist."Förderlehrerin, Dipl. Specialist in Gifted Education (ECHA)
Volksschule als Verbundaufgabe
Mit der Neuordnung des Finanzausgleiches im Kanton Graubünden soll die Finanzierung der Volksschule grundsätzlich einmal Sache der Gemeinden werden. Die Konsequenzen dieses Schrittes beschreibt Fabio Cantoni, Präsident des Verbandes Lehrpersonen Graubündens (LEGR) im Bündner Tagblatt vom 4. August treffend:
„Im jetzigen Zeitpunkt ist es leicht absehbar, wie sich der Systemwechsel beim Finanzausgleich und die vorgesehenen Neuerungen im Schulbereich auf die Gemeinden auswirken werden. Denn nicht alle Gemeinden können oder wollen mehr Geld in die künftigen Schulen investieren.“ Das heisst im Klartext, dass die Qualitätsunterschiede zwischen den Schulen stark wachsen werden. Wollen wir das wirklich?
Mit dem Rückzug des Kantons aus der Schulfinanzierung wird ein Stück innerkantonale Solidarität aufgegeben zugunsten einer sauberen Entflechtung der Finanzströme. Es gilt zu bedenken, dass es sich im doppelten Sinne nicht um einen Nebenschauplatz handelt.
Einerseits sind die Schulen für viele unserer Gemeinden die grösste Ausgabenposition, die das Budget mit 30 – 40% belasten. Die grossen Unterschiede in der Finanzkraft werden auf die Schule durchschlagen. Besser als jeder Ausgleichstopf ist das bisherige System, in welchem Kanton und Gemeinden die Schule gemeinsam tragen. Andererseits ist das Schulwesen eine der wichtigsten Aufgaben, die unsere Gesellschaft zu erfüllen hat. Es darf nicht zum Mittel für andere Zwecke verwendet werden. Die Schule darf nicht als Motor und Spielball für Gemeindefusionen benutzt werden. Wenn man Gemeindefusionen anstrebt, was durchaus richtig ist, darf dies nicht über das ‚Aushungern’ von Schulen geschehen. Die Schule darf nicht für andere Zwecke instrumentalisiert werden, dafür ist die Bildung aller Jugendlichen im Kanton Graubünden zu wichtig.
Der Kanton Graubünden muss sich bei der Grundfinanzierung der Schule beteiligen. Schule muss eine echte Verbundaufgabe bleiben, das ist eine Frage von Qualität und Solidarität.
Die Entflechtung der Finanzströme über die echte Verbundaufgabe von Kanton und Gemeinden stellen, ist schlicht eine falsche Prioritätensetzung. Deshalb mache ich mir grosse Sorgen um die Zukunft unserer Volksschule.







